Aras: intelligent & gesellig

Tricks gegen giftige Kerne

Red-lored Amazon, Aras
Copyright: Bowles/Erickson www.amazornia.us

Aras gelten als gesellig. Ihre leuchtenden Farben und ihre Fähigkeit zu sprechen machen sie zu begehrten Haustieren. Doch mittlerweile sind sie stark gefährdet.

Im Amazonas-Regenwald mit Hunderten, wenn nicht gar Tausenden von Samen tragenden Bäumen, verlieren die Aras allerdings leicht den Überblick über ihre Speisekarte. Denn viele der Bäume bilden nur alle paar Jahre Kerne. Die Aras laufen Gefahr unbekannte Kerne zu knacken, Kerne, die durchaus Giftstoffe enthalten.

Doch einem Ara ist keine Nuss zu hart, er knackt sie alle. Damit unterscheidet er sich von den meisten Vögeln im Regenwald. Während diese sich von Früchten, Blüten und Blättern ernähren, haben die Aras es auf Kerne abgesehen. Schließlich sind sie mit den kräftigsten Schnäbeln in der Vogelwelt ausgestattet.

Wunderschöne Aufnahmen der fliegenden Papageien. Immer auf der Suche nach Salz. 

Papageien-Forscher im Manu-Nationalpark im Südosten Perus haben herausgefunden, wie sich die Aras gegen eine giftige Mahlzeit schützen: Alle zwei, drei Tage schwärmen sie zu einem Kalkfelsen. Dort polstern sie ihre Mägen mit einer Dosis Lehm. Denn der Ton bindet die Gifte und beschleunigt deren Gang durch den Verdauungstrakt. So sind sie in der Lage, das Gift zu neutralisieren.

In diesem BBC-Video sieht man faszinierende Aufnahmen der Aras. Sie fliegen zu einer Uferwand, wo sie den Ton finden. Diesen Ton brauchen sie, um giftige Kerne zu verdauen. 

Als Haustiere begehrt

Insgesamt gibt es 16 unterschiedliche Ara-Arten. Sie gehören zu den Riesen unter den Papageien. Und diese sind wohl nicht zuletzt wegen ihres farbenfrohen Gefieders die berühmtesten Tiere Amazoniens. Auf ältesten Landkarten wurde Amazonien als Land der Papageien bezeichnet. Am Anfang des 16. Jahrhunderts überlebten die ersten südamerikanischen Aras die strapaziöse Überfahrt nach Europa. Seither sind sie in Europa als Haustiere begehrt. Dabei sind es große Vögel: Die Flügelspannweite misst bei einem Ara 1 Meter und auch die Länge von Kopf bis Schwanzspitze beträgt etwa 1 Meter.

Die Aras sind intelligent. Hier zeigen sie, was sie lernen können.

Ara Pärchen bleiben sie ihr ganzes Leben zusammen. Und sie werden sehr alt. So dauert eine Paarbeziehung 30 bis 40 Jahre. Die Aras gelten als ähnlich intelligent wie die Schimpansen. Wenn sie in Schwärmen auftauchen, scheinen sie stundenlang mit einander zu plaudern. Offenbar lernen einige von ihnen sogar Worte und Sätze der menschlichen Sprache und verständigen sich mit ihren Züchtern. Nur wenige andere Vögel werden so alt und lernen so viel wie die Aras.

Nistkästen in 50 Meter Höhe

Der Fang von Aras für den Heimtierhandel stellt einen Grund dafür dar, dass die Vögel immer seltener werden. Dazu kommt die Zerstörung ihres Lebensraumes durch Abholzung des Regenwaldes. In manchen Gegenden sind die Aras bereits ausgerottet.

Die Fly Free Kampagne setzt sich gegen den Handel mit freilebenden Papageien ein. In der EU ist mittlerweile der Import von Aras verboten. 

Forscher im Amazonas-Wald im Südosten Perus haben herausgefunden, dass von 100 Ara-Paaren nur etwa zehn bis 20 brüten. Charles A. Munn war überrascht, als er entdeckte, dass den Aras Nistplätze fehlen. Auf einem Quadratkilometer Regenwald im peruanischen Amazonasbecken gibt es meist nur einen einzigen Nistplatz. Denn die großen Vögel benötigen besonders trockene Nistmöglichkeiten. Den Forschern gelang es, Nistkästen für die Vögel in 50 Meter hohe Bäume zu hängen. Diese akzeptierten die Kästen als Nistgelegenheiten. Die Forscher sind mit der Wirkung ihres Ara-Programms in Peru sehr zufrieden: „Wir haben Wege gefunden, die gefährdeten Ara-Bestände wieder aufzubauen“, schreibt Munn in der National Geograhic.

parrots.org

Quellen:

  • National Geographic Sonderheft „Die Wunder des Regenwaldes“ 1/2002
Über Bernd Kulow 118 Artikel
Als Journalist gestalte ich diese Webseite. Gearbeitet habe ich für dpa, DIE ZEIT, stern, Frankfurter Rundschau, Hörfunk und Fernsehen. Der Regenwald hat mich von klein auf fasziniert. Mehrfach war ich in Mittel- und Südamerika unterwegs. Dabei hat der Amazonas Dschungel den stärksten Eindruck hinterlassen. Heute lebe ich als freier Journalist, Fotograf und Webdesigner im schönen Freiburg. Ich danke allen, die über die Werbebanner und -links bestellen. Damit unterstützen Sie meine Arbeit für diese Webseite ohne selber Nachteile zu haben. Wir dürfen diesen wertvollen Wald nicht weiter vernichten. Action! Tun wir etwas dagegen.

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