Boa constrictor erstickt ihre Beute

Die Taubheit gleicht die Schlange mit einzigartigem Sinnesorgan aus.

Boa Constrictor, Abgottschlange oder Königsboa genannt
Die Boa constrictor verschlingt ihre Beute als Ganzes. By Jens Raschendorf [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Die Boa constrictor zählt zu den beliebtesten Schlangen weltweit. Doch die auch unter dem Namen Königsboa bekannte Schlange gehört zu den gefährlichen Riesenschlangen. 

Die Königsboa (Boa constrictor) gehört zu den Riesenschlangen (Boidae). Wie die Anakonda hat sie keine Giftzähne und produziert kein Gift in ihrem Körper. Und wie die Anakonda erwürgt sie ihre Beute

Als Nacht aktive Schlange beginnt sie ihre Jagd in der Dämmerung. Mit ihrer Zunge nimmt sie Duftspuren wahr. Mit deren Hilfe spürt sie Beutetiere auf. Blitzschnell ergreift sie das Beutetier mit ihren Zähnen. Mit dem kräftigen Schlangenkörper erwürgt sie das Tier. Sobald das Beutetier eindeutig tot ist, beginnt die Schlange es als Ganzes herunter zu schlingen.  

Die Boa constrictor ist auch unter dem Namen Abgottschlange bekannt. Wie die Anakonda legt sie keine Eier. Die Riesenschlange bringt den Nachwuchs lebend zur Welt. Die jungen Schlangen schlüpfen bereits im Mutterleib aus der Eischale. Diese ist allerdings nicht verkalkt. Bei der Geburt gleiten dann 15 bis 50 junge Schlangen aus dem Muttertier. 

Steve Backshall riskiert von einer Boa constrictor erwürgt zu werden. Unglaubliches Video! Steve demonstriert an der Königsboa, die sich um seinen Hals wickelt, welche Tötungstechnik die Schlange anwendet. Auf deutsch bedeutet to constrict verengen. Und genau das macht die Boa constrictor. Sie verengt die Atmung ihres Opfers jedes Mal bei dessen Ausatmung. Solange bis dieses erstickt. 

Boa constrictor: Gespür für Vibrationen

Zwar gehört die Königsboa zu den Riesenschlangen. Doch erreicht sie nicht die Ausmaße der größten Schlangen. Die Anakonda gilt als die längste Schlange der Welt. Allerdings erreichen die Netzpython und die Tigerpython fast die gleiche Länge. Insofern existiert weiterhin ein Streit zwischen den Schlangen-Experten darüber, welche Schlange denn nun die längste der Welt ist. Die Python-Schlangen kommen im Amazonas Regenwald nicht vor. 

Zur Art der Boa constrictor gehören elf Unterarten. Manche von ihnen werden nur etwa einen Meter lang. Andere erreichen dagegen durchaus Längen von bis zu vier Metern. Meist halten sich die Boas am Boden auf. Doch sie sind auch gute Schwimmer und winden sich auch in die Bäume hoch. 

Schlangen sind praktisch taub. Das fehlende Gehör aber gleichen sie aus. Vor allem haben sie ein besonders ausgebildetes Gespür für Vibrationen. So spüren sie Vibrationen des Bodens und ziehen sich dann zurück. Dies wiederum bietet dem Abenteurer im Dschungel die Möglichkeit sich vor gefährlichen Schlangen zu schützen. Mit starkem Auftreten auf den Boden erreicht man in der Regel, dass sich die Schlangen abwenden. 

Einzigartiges Sinnesorgan

Mit einem besonderen Organ, dem Jacobson´schen Organ, besitzen die Schlangen ein weiteres Sinnesorgan. Ihre Zunge nimmt Duftstoffe auf. Diese Stoffe gelangen zu dem Jocobson´schen Organ. So nehmen die Schlangen zum Beispiel Beutetiere wahr. Dieses Sinneswahrnehmung ist der Grund, weshalb die Schlangen mit ihrer Zunge züngeln. Dabei nehmen sie die Duftstoffe auf. 


Donald greift eine Boa constrictor. Sein Handschuh schützt ihn vor dem Biss der Riesenschlange. So zeigt er im Video, wo genau das Jacobson´sche Organ sitzt. Und er nimmt eine Blutprobe der Schlange, bevor er sie wieder in den Dschungel entlässt. Mit der Blutprobe bestimmt er später die genaue Art der Boa constrictor.

 




 

Bildnachweis:

Quellen:

  • Dr. Dietmar Mertens: Schlangen, Nürnberg 2008
  • Dr. Lutz Dirksen: Faszination Riesenschlangen, München 2007
  • Dr. Hans W. Kothe: Schlangen & Reptilien, Köln

 

Über Bernd Kulow 118 Artikel
Als Journalist gestalte ich diese Webseite. Gearbeitet habe ich für dpa, DIE ZEIT, stern, Frankfurter Rundschau, Hörfunk und Fernsehen. Der Regenwald hat mich von klein auf fasziniert. Mehrfach war ich in Mittel- und Südamerika unterwegs. Dabei hat der Amazonas Dschungel den stärksten Eindruck hinterlassen. Heute lebe ich als freier Journalist, Fotograf und Webdesigner im schönen Freiburg. Ich danke allen, die über die Werbebanner und -links bestellen. Damit unterstützen Sie meine Arbeit für diese Webseite ohne selber Nachteile zu haben. Wir dürfen diesen wertvollen Wald nicht weiter vernichten. Action! Tun wir etwas dagegen.

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