Kampf für den Regenwald

Korruption, Einschüchterung und Mord sind die Waffen der Umweltverbrecher

Porträt Chico Mendes: Kampf für den Regenwald
Chico Mendes: von Miranda Smith, Miranda Productions, Inc. [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Die Vernichtung des Regenwalds hat seit den 80iger Jahren eine große Widerstandsbewegung hervorgebracht. Doch der Kampf für den Regenwald bedeutet für viele Lebensgefahr. 

In den 80iger Jahren brannte der Regenwald in großem Ausmaß. Die brasilianische Regierung startete ein Programm, um Rinderzüchter und Bauern auf den gerodeten Flächen anzusiedeln. Das sollte den Fortschritt für Brasilien bringen. 

Doch der Welt wurde das Ausmaß der Vernichtung bald überdeutlich. Wissenschaftler veröffentlichten Gegenüberstellungen von Satellitenbildern. Daraus ging die immense Zahl der Waldbrände und damit die Vernichtung des Amazonas Regenwalds hervor. 

 

Diese Dokumentation der New York Times zeigt den Kampf für den Regenwald. Wie er begann und sich ausweitete. Wie Sting und weitere internationale Sänger und Bands den Widerstand unterstützten. Und auch wie Großgrundbesitzer nicht vor Mord und Totschlag zurück schreckten. 

Kampf für den Regenwald

Die Zerstörung des Regenwalds brachte eine starke Widerstandsbewegung hervor. Indigenas, berühmte Sänger, Priester, Umweltaktivisten, Gewerkschafter – sie alle engagierten sich für den Regenwald. Bald stießen die Interessen unversöhnlich auf einander. Auf der einen Seite die Rinderzüchter, Holzfäller, Farmer und Goldgräber und auf der anderen Seite die Urwaldbewohner und Regenwaldschützer. Es kam zu Schießereien. Zwei jugendliche Kautschukzapfer, die an einer friedlichen Demonstration teilgenommen hatten, wurden ermordet. Ein Gewerkschafter und ein weiterer Gummizapfer wurden ebenfalls Opfer bezahlter Killer. 



Chico Mendes, brasilianischer Gewerkschafter, setzte sich für besser Löhne und Arbeitsbedingungen für die Kautschukarbeiter ein. Als er zum engagierten Regenwaldschützer wurde, kam er ganz oben auf die Todesliste der Großgrundbesitzer. Sie setzten Killer, Pistoleiros auf ihn an. Sechsmal entkam er den Todesschützen. Zwei Leibwächter waren immer bei ihm. Doch am 22. Dezember 1988 erschossen ihn zwei angeheuerte Killer, die ihn tagelang beobachtet hatten. Chico Mendes starb, weil er für ein würdiges Leben der Kautschukzapfer und Indianer in einem intakten Regenwald gekämpft hatte. 

 

Children of the Amazon: Chico Mendes from Green21 on Vimeo.

Der Mord an Chico Mendes machte den Widerstand gegen die Vernichtung des Regenwalds weltweit bekannt. Plötzlich hatte der Kampf für den Regenwald die Aufmerksamkeit der Welt. Und gleichzeitig ging das Morden weiter. Insbesondere dort wo Indianer den Bodenspekulanten ein Dorn im Auge waren, schickten sie bezahlte Mörder. 

Goldgräber vergiften den Urwald

Zu den Waldrodungen der Farmer und Holzhändler kam bald eine weitere Gefahr für den Regenwald. Mehr als 35.000 Goldgräber fielen in den Urwald ein, in das Gebiet der Yanomami. Bei der Goldwäsche vergiften sie den Regenwald mit Quecksilber. Die Goldgräber im Yanomami Gebiet riefen den bekanntesten deutschen Abenteurer auf den Plan. Rüdiger Nehberg begab sich unter Lebensgefahr in den Dschungel zu den Goldgräbern. Niemand von den Goldgräbern durfte auch nur ahnen, dass er nicht auf ihrer Seite stand. 

In Gefahr bringt den Regenwald heute vor allem sein enormes Potenzial an Wasserkraft. Die brasilianische Regierung plant in dem riesigen Flusssystem des Amazonasbecken riesige Wasserkraftwerke zu bauen. Der Widerstand gegen den Staudamm São-Luiz-do-Tapajós hatte 2016 Erfolg. Die Regierung stoppte den Bau des Staudamms

Altamira: Konferenz im Dschungel

Die Indianer des Regenwalds kamen 1989 zu einer fünftägigen Konferenz in Altamira zusammen. Die Augen der Weltöffentlichkeit waren auf diese Konferenz gerichtet. In den reichen Industrieländern war mittlerweile erkannt, dass die Vernichtung der Regenwälder das Klima auf dem Globus verändern würde. Der Erhalt der Regenwälder ist im Interesse der gesamten Erdbevölkerung. „Wenn der Regenwald stirbt, ist auch mein Land in Gefahr“, sagte der britische Sänger Sting auf der Konferenz. 

Die Konferenz zeigte Wirkung. Immer größere Gebiete erklärte die brasilianische Regierung zu Indianerschutzgebieten. Heute geht die Regierung vor allem in diesen Schutzgebieten gegen organisierte Holzfällerbanden und Umweltverbrecher vor. 

Quellen:

  • Andrew C. Revkin: Chico Mendes – Tod im Regenwald, München 1990. Originalausgabe: „The Burning Season –  the Murder of Chico Mendes and the Fight for the Amazon Rain Forest“, Boston 1990
  • Beitragsbild: Porträt Chico Mendes: von Miranda Smith, Miranda Productions, Inc. [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

 

Über Bernd Kulow 117 Artikel
Als Journalist gestalte ich diese Webseite. Gearbeitet habe ich für dpa, DIE ZEIT, stern, Frankfurter Rundschau, Hörfunk und Fernsehen. Der Regenwald hat mich von klein auf fasziniert. Mehrfach war ich in Mittel- und Südamerika unterwegs. Dabei hat der Amazonas Dschungel den stärksten Eindruck hinterlassen. Heute lebe ich als freier Journalist, Fotograf und Webdesigner im schönen Freiburg. Ich danke allen, die über die Werbebanner und -links bestellen. Damit unterstützen Sie meine Arbeit für diese Webseite ohne selber Nachteile zu haben. Wir dürfen diesen wertvollen Wald nicht weiter vernichten. Action! Tun wir etwas dagegen.

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