Kampf mit der größten Schlange

Abenteurer wälzen sich in Todesangst mit der Würgeschlange

Kampf mit der größten Schlange der Anakonda
Grüne Anakonda Copyright: Bernd Kulow / Wilhelma-Stuttgart

Der Kampf mit der größten Schlange der Welt ist ein Kampf auf Leben und Tod. Immer wieder aber stürzen sich Abenteurer in das riskante Ringen mit einer Anakonda. Wie überleben sie die Würgegriffe der Riesenschlange?

Jörgen Bitsch, ein junger dänischer Forschungsreisender und Journalist, reist in den 50iger Jahren in entlegenste Gebiete des Amazonas Dschungels. Er will unbedingt eine Anakonda fangen, eine große soll es sein. Denn über seinen Kampf mit der größten Schlange will er einen Film drehen. Schließlich findet er einen alten Mann, der weiß, in welchen Dschungel-Sümpfen große Anakondas zu Hause sind. Tagelang wartet er mit einem Einheimischen, der gelernt hat, die Kamera zu bedienen, auf den entscheidenden Moment.

Nach 5 Tagen schließlich ist die Anakonda plötzlich da. Die Kamera läuft und er stürzt sich zu der Anakonda ins Sumpfloch. Jetzt beginnt ein Kampf auf Leben und Tod. Denn die Anakonda erweist sich als größer als erwartet. Klar, eine Anakonda hat kein Gift. Doch deshalb ist sie noch lange nicht harmlos. Sie hat spitze Zähne, mit denen sie sich festbeißt und ihren langen Schlangenkörper, der sich um ihr Opfer wickelt und dann wie ein Schraubstock zudreht.


Beim Kampf mit der größten Schlange überkommt ihn Todesangst

Und so erging es dem jungen Dänen: „Ich sprang mitten ins Wasser hinein und bekam den Schlangenhals dicht unterhalb des scheußlichen Kopfes mit beiden Händen zu fassen. Die Anakonda versuchte sofort, ihren Kopf gegen mich zu wenden, und peitschte das Wasser mit ihrem Körper zu Schaum.“ In dem Moment erkennt Jörgen Bitsch, dass der verhältnismäßig kleine Kopf keiner Anakonda von drei bis vier Metern gehört, sondern einer doppelt so großen. Während die Schlange mit dem Kopf rasende Bewegungen ausführt, fühlt er, wie sie beginnt sich um seine Knie und Schenkel zu wickeln.

Vorsicht, nicht erschrecken: Dies Video zeigt reale Begegnungen mit Anakondas. Aber eben mit Anakondas, die von Menschen gefangen sind oder gefangen werden. Eine Würgeschlange mit scharfen Zähnen ist eben kein Tier aus dem Streichelzoo.

„Ein eisiger Schrecken durchfuhr mich. In meiner Todesangst schrie ich um Hilfe.“ Doch der Einheimische, der die Kamera bediente, verstand natürlich kein Wort dänisch und kontrollierte nur brav die Einstellung der Filmkamera.

Die Kräfte schwinden, die Schlange zeigt ihre Zähne

Die Schlange zischte. „Ich warf mich auf die Seite. Ich kämpfte wie ein Teufel, um aus dem Wasser zu kommen. Aber jetzt, jetzt ist es um mich geschehen!“, schießt es ihm durch den Kopf. Die Schlange drückt den Kämpfer unter Wasser. Doch es gelingt ihm, den Kopf über dem Wasserspiegel zu halten. „Ich winde mich, werfe mich verzweifelt zur Seite, um ans Ufer zu gelangen und die Schlange so aus ihrem eigentlichen Element herauszubringen. Wenn die Schlange mit ihrem Kopf frei kommt, bist du verloren!“

Doch der Abenteurer wird noch einmal von dem ungeheuren Gewicht der Schlange ins Wasser gedrückt und fühlt, dass ihm der Arm eingeklemmt wird. „Halt fest!“, stöhnt er. Die Schlange zischt. Ihr Maul öffnet sich. Er sieht die lange Reihe ihrer Zähne. „Wenn sie sich erst fest in dich gebissen hat, kommst du aus diesem Kampf nie mehr heraus“, durchzuckt es ihn.



Der Kampf beginnt immer mehr an den Kräften zu zehren. Mit höchster Anstrengung gelingt es ihm,  sich aufs Ufer zu wälzen. Doch da wartet eine neue Gefahr. Ein Baumstumpf. Wenn es der Schlange gelingt, sich um den Baumstumpf zu winden, wird sie den Mann gegen den Stamm drücken und damit wäre er verloren.

Wie besiegte Jörgen Bitsch die Würgeschlange?

Der Schlange gelingt es, sich um seine Schultern zu winden. „Sie wälzt sich auf mich, um mich zu zerquetschen“, erkennt er in Todesangst. Doch mit letzter Kraftanstrengung gelingt es ihm, sich aus der gefährlichen Umschlingung zu befreien. Und erleichtert bemerkt er, dass das Reptil jetzt völlig ermattet. Mit äußerster Mühe zieht er die Beine aus der Umwicklung und kann sich ganz befreien. Er wirft die Schlange in eine Kiste, um sie an einen Zoo zu verkaufen. Den Kampf mit der größten Schlange hat er bestanden, doch nur mit Glück.

Im Nachhinein resümiert der Abenteurer, warum er den Kampf mit der größten Schlange der Welt überhaupt lebend überstand. Nach seinen Angaben war die Anakonda in seinem Fall 100 kg schwer und 8 Meter lang. Für ihn grenzt seine Rettung an ein Wunder:

„Ich verdanke mein Leben sicherlich nur dem Umstand, dass ich nach dem Sprung sofort neben dem Kopf der Schlange auftauchte und ihn von mir wegzuhalten vermochte. Die Anakonda konnte sich auf diese Weise nicht mit dem Oberteil ihres Körpers um mich wickeln. Es gelang ihr nur, meine Beine und Schenkel mit dem Mittelteil ihres Leibes zu umschlingen. Beine und Schenkel aber widerstehen am besten jedem Druck. Schließlich hatte ich auch noch das Glück, dass die Anakonda ihren unteren Körperteil ebenfalls nicht um mich zu winden vermochte, so dass mein Unterleib und mein Brustkasten frei blieben von einer tödlichen Umstrickung.“

Wie den Zähnen einer Anakonda entkommen?

Eine Anakonda wickelt sich um ihre Beute. Dann würgt die Schlange ihr Opfer, bis es nicht mehr atmen kann. Doch zuerst beißt die Schlange zu.  In diesem Film von National Geographic Adventure beißt eine Anakonda dem Schlangen-Experten Jesus Rivas in die Hand. Doch wie soll er sich befreien? Soll er seine Hand mit aller Kraft versuchen herauszuziehen oder im Gegenteil weiter der Schlange ins Maul drücken? 

Mut beweisen oder einfach dick auftragen

Eines wird immer wieder deutlich: Die Menschen sind die Angreifer. Sie provozieren Situationen, in denen sich die Schlange bedrängt fühlt. Und dann wehrt sich die Schlange mit all den Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen. 

Doch die Männer wollen die größte Schlange fangen, mit ihr kämpfen, sie besiegen. Ihre eigene Kraft und ihren Mut unter Beweis stellen. Und nicht immer entspricht das, was sie im Nachhinein erzählen, der puren Wahrheit. So ranken sich haarsträubende Geschichten, Mythen und Legenden um die größte Schlange der Welt.

Solchen Mythen setzt Dr. Lutz Dirksen entschieden Fakten entgegen. Zum Beispiel hier in einem Video mit seiner Riesenschlange Holly bei Stefan Raab. 


Quelle:

  • Jörgen Bitsch: Jivaro – Geheimnisse des Amazonas, Bertelsmann, aus dem Dänischen, Titel der Originalausgabe: Jivaro
  • Webseite von Anakonda-Experte Dr. Lutz Dirksen

 

Über Bernd Kulow 118 Artikel
Als Journalist gestalte ich diese Webseite. Gearbeitet habe ich für dpa, DIE ZEIT, stern, Frankfurter Rundschau, Hörfunk und Fernsehen. Der Regenwald hat mich von klein auf fasziniert. Mehrfach war ich in Mittel- und Südamerika unterwegs. Dabei hat der Amazonas Dschungel den stärksten Eindruck hinterlassen. Heute lebe ich als freier Journalist, Fotograf und Webdesigner im schönen Freiburg. Ich danke allen, die über die Werbebanner und -links bestellen. Damit unterstützen Sie meine Arbeit für diese Webseite ohne selber Nachteile zu haben. Wir dürfen diesen wertvollen Wald nicht weiter vernichten. Action! Tun wir etwas dagegen.

Hier kannst du kommentieren

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*