Balz-Show der Kolibris

Mit 100 km/h das Weibchen beeindrucken und dabei mit den Federn zwitschern

Kolibri Balz - Kolibri Zeichnung
Ernst Haeckel [Public domain], via Wikimedia Commons

Die Winzlinge der Vogelwelt sind die wahren Flugkünstler. Während der Balz kommen sie so richtig auf Touren.

Wie bei einer Flugshow stürzt sich ein Kolibri Männchen in die Tiefe. Mit dem rasanten Sturzflug will er ein Weibchen beeindrucken. Das Kolibri Weibchen beobachtet derweil von der Ast-Tribüne aus die tollkühne Flugshow. Doch nur das Visuelle überzeugt nicht. Bei der Kolibri Balz muss auch der Sound stimmen. 

Beim Sturzflug beträgt die Geschwindigkeit bis zu 100 Stundenkilometer. Dabei lassen sich die Stimmbänder wohl nicht so einfach einsetzen. Die Lösung bieten die Schwanzfedern. Der Kolibri ist nämlich in der Lage, mit ihnen Töne zu erzeugen. Dazu spreizt er die Schwanzfedern beim Sturzflug auf bestimmte Weise. Das Flattern der Federn erzeugt dann eine Art Zwitschern. So wird daraus eine richtige Balz-Show: Der Sturzflug aus hoher Höhe in hohem Tempo mit Schwanzfeder-Zwitschern.

Schwanzfeder-Zwitschern

Dieser Humming Sound hat den Kolibris auch ihren Namen auf Englisch eingebracht: Hummingbird, der summende, brummende Vogel. 

Der Ornithologe Christopher Clark hat nun die Feder-Töne der Kolibris im Detail untersucht. Sobald er die Schwanzfeder eines Kolibri in den Windkanal hält und die Bewegung des Vogels nachahmt, entsteht das Schwanzfeder-Zwitschern. Dabei fand er heraus, die einzelnen Kolibri-Arten erzeugen unterschiedlichste Töne mit ihren Schwanzfedern. 

Sehr eindrucksvoll wie jede Art ihren eigenen Sound mit den Federn erzeugt. 

Kolibri Balz: trotz hohem Einsatz abgelehnt

Der Kolibri muss wie viele Vögel um die Partnerin werben. Dabei dauert der Balztanz oft nur wenige Sekunden. Doch in jedem Fall ist er sehr Energie zerrend. Damit demonstriert der Kolibri dem Weibchen denn auch seine körperliche Fitness. Manche der Winzlinge sind wahre Tanzprofis. Sie bewegen sich in der Luft äußerst virtuos und elegant. Doch selbst die erstaunlichsten Tanzkünste überzeugen nicht gleich jedes Weibchen. 

Dabei hat das Männchen bei der Kolibri Balz noch mehr zu bieten. Sein Gefieder schillert metallisch. Die prächtigen Farben entstehen durch den Einfallswinkel der Sonnenstrahlen. Die Kolibris wissen wie sie ihre Federn so richtig zum glänzen bringen können. Vor einem Weibchen bewegen sie sich so, dass ihre Federn in Glanz erstrahlen. 

In diesem Video blieb der Kolibri allerdings erfolglos. Das Weibchen war nicht beeindruckt von der Balz-Show und flog einfach davon. Okay, nicht aufgeben. 

Ihr prächtiger Glanz allerdings ist der Balz vorbehalten. Denn würden sie immer so auffällig schimmern, würden sie leicht zur Beute ihrer Feinde. Deshalb ist ihr Gefieder normaler Weise eher matt und zeigt wenig Glanz. 

Das perfekte Nest

Und wenn die Balz dann erfolgreich war, beginnt der Nestbau. Dabei verwenden sie die höchste Sorgfalt. Offenbar soll so ein Nest ihr elegantes Leben darstellen. 

Kolibris konstruieren und bauen Nester, die einfach perfekt erscheinen. Das wohlgeformte, kleine Nest passt zu den einzigartigen Vögeln. 

Und hier noch Fakten über die Kolibris. Wenn sie mal nicht genügend zu essen finden, versetzen sie sich in den Torpor, eine Erstarrung ähnlich dem Winterschlaf. Der Stoffwechsel reduziert sich dann auf etwa 1/15 des normalen Stoffwechsels.

Dabei stehen manche Arten der Kolibris in enger Symbiose mit bestimmten Blütenpflanzen. Denn ihr Schnabel ist so geformt, dass er genau zu einer einzigartigen Blüte passt. Mit ihrer langen, wie ein Strohhalm geformten Zunge, gelangen sie bis zu dem süßen Nektar tief in der Blüte. Mehr als 3.000 Blüten müssen sie am Tag anfliegen, um ihren Hunger zu stillen. Von den über 340 Arten leben die meisten im Amazonas Regenwald. Dort gehören sie zu den auffälligsten Vögeln des Dschungels

Beeindruckende Bilder der Kolibris und dazu die entscheidenden Fakten.

Die Kolibris haben eine starke Symbolkraft. So stehen sie zum Beispiel für die Leichtigkeit des Lebens. Dabei erinnern ihre schillernden Farben und flinken Flügelschläge an die Schönheit des Lebens. 

Quellen:

  • Brendan Borrell: Fliegende Juwelen in: National Geographic (Heft Juli 2017)
  • Christoper Clark: University of California Riverside YouTube Kanal und Webseite (25. Juni 2017)
Über Bernd Kulow 117 Artikel
Als Journalist gestalte ich diese Webseite. Gearbeitet habe ich für dpa, DIE ZEIT, stern, Frankfurter Rundschau, Hörfunk und Fernsehen. Der Regenwald hat mich von klein auf fasziniert. Mehrfach war ich in Mittel- und Südamerika unterwegs. Dabei hat der Amazonas Dschungel den stärksten Eindruck hinterlassen. Heute lebe ich als freier Journalist, Fotograf und Webdesigner im schönen Freiburg. Ich danke allen, die über die Werbebanner und -links bestellen. Damit unterstützen Sie meine Arbeit für diese Webseite ohne selber Nachteile zu haben. Wir dürfen diesen wertvollen Wald nicht weiter vernichten. Action! Tun wir etwas dagegen.

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