Manaus Stadt der Drogen

Die größte Stadt im Amazonas: Kampfplatz der Drogenkartelle

Manaus Stadt der Drogen
Anti-Drogen Polizeieinsatz in Manaus Bild: New York Times

In den vergangenen Jahren verliefen nur die Wege der Drogen durch Manaus. Jetzt bleibt das Kokain in Manaus hängen. Und das bringt Gewalt und organisierte Banden mit sich. 

Früher brachten die Drogenhändler das Kokain aus den Anden über Manaus an den Atlantik. Von dort schifften sie es nach Europa. Manaus blieb eher unberührt von dem Drogentransport, der durch die Stadt führte.

Nun aber hat die 2 Millionen Stadt im Amazonas ein Drogenproblem ersten Grades. Brasilien insgesamt ist bereits zum zweit größten Drogenland der Welt aufgestiegen. Nur die US-Amerikaner konsumieren noch mehr Drogen als die Brasilianer.

Und Manaus ist zum Kampfplatz von Drogenkartellen geworden. Die kämpfen miteinander um die Macht im Drogengeschäft. Und dieser Kampf ist brutal und mörderisch. Der größte Teil der Morde in der Stadt findet in der Drogenszene statt. Korruption hält den Drogenhandel am Laufen. Sogar Korrupte Polizisten haben ihre Finger mit im Drogengeschäft.

Der brasilianische Journalist Simon Romero begleitet eine Anti-Drogen Polizeieinheit bei ihren Einsätzen in einem Slum in Manaus. Der Bericht für die New York Times zeigt, mit welchen Mitteln Drogenkartelle ihr Geschäft führen. 

 

Krieg der Drogenkartelle in der Amazonas-Stadt

Schätzungen besagen, dass Drogenhändler jedes Jahr 80 Tonnen Kokain aus Peru durch den Amazonas Dschungel schmuggeln. Besonders im Dreiländereck zwischen Kolumbien, Peru und Brasilien blüht der Handel. 

Zwei große Drogenkartelle führen Krieg miteinander. Zum einen die Familia do Norte, deren Bosse im Gefängnis sitzen. Zum anderen hat sich das First Capital Command aus dem Süden Brasiliens nach Manaus ausgedehnt. Die Polizei hat bereits Tonnen Kokain beschlagnahmt und mächtige Drogenbosse ins Gefängnis gebracht. Doch die organisierten Drogenbanden in Manaus kontrollieren auch die Gefängnisse. Aus den Gefängnissen heraus führen sie sogar ihre Drogengeschäfte.

Der Regenwald umschließt Manaus von allen Seiten. Damit ist Manaus die größte Stadt im Amazonas, mit Luxusvierteln und modernen Geschäftstowern. Doch gleichzeitig müssen viele Menschen in äußerster Armut in Slums in der Stadt leben. Auf der Liste der großen Städte Brasiliens nimmt Manaus, was Lebenserwartung und wirtschaftliche Entwicklung anbelangt, den letzten Platz ein (an Stelle 16). 

Quellen:

The New York Times: In Amazon, Cocaine´s Deadly Corridor, 10, 2014

Über Bernd Kulow 109 Artikel
Als Journalist gestalte ich diese Webseite. Gearbeitet habe ich für dpa, DIE ZEIT, stern, Frankfurter Rundschau, Hörfunk und Fernsehen. Der Regenwald hat mich von klein auf fasziniert. Mehrfach war ich in Mittel- und Südamerika unterwegs. Dabei hat der Amazonas Dschungel den stärksten Eindruck hinterlassen. Ich danke allen, die über die Werbebanner und -links bestellen. Damit unterstützen Sie meine Arbeit für diese Webseite ohne selber Nachteile zu haben. Wir dürfen diesen wertvollen Wald nicht weiter vernichten. Action! Tun wir etwas dagegen.

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