Ozeanschiffe im Dschungel

Amazonas - die Wasserstraße des Kontinents

Ozeanschiffe im Dschungel - klein und groß sind auf dem Amazonas unterwegs.
Copyright: Bernd Kulow

Der Amazonas ist Autobahn, Landstraße und Schiene zugleich. Auf ihm durchqueren riesige Ozeanschiffe den Kontinent.

Alle Güter schwimmen in unterschiedlichsten Schiffstypen den Amazonas hinauf oder hinunter. Mit den 1.000 Amazonas-Nebenflüssen besitzt das Amazonasbecken das größte Schifffahrtsnetz der Welt. Selbst die Großstadt Iquitos, mitten im Dschungel gelegen, besitzt keine Straßenanbindung.

Wer auf dem Amazonas unterwegs ist, erblickt ein buntes Sammelsurium unterschiedlichster Schiffstypen. Am bekanntesten sind wohl die Fahrgastschiffe. Sie erinnern an vergangene Zeiten und geben vor dem Dschungelufer ein romantisches Bild. Kennzeichnend sind ihre mehrstöckigen, ovalen Aufbauten und die ringsum laufenden Veranden. Ihre bunten, großen Aufschriften und Verzierungen zeugen von der Mentalität der Amazonas-Bewohner.

Hin und wieder tauchen auch luxuriöse Privatyachten auf. Selbst Bill Gates soll den Amazonas mit seiner Yacht bis ins berüchtigte Länderdreieck Kolumbien-Brasilien-Peru hinauf gefahren sein.

Auf den üblichen Passagierschiffen finden nicht nur Fahrgäste Platz, sondern im unteren Stock erdulden Tiere die Schifffahrt – Rinder, Schweine oder Pferde etwa. Oben liegen die Passagiere in ihren Hängematten dicht aneinander gedrängt.

Containerschiffe mit Bodenschätzen

Immer häufiger sieht man große Frachtschiffe oder Containerschiffe den Amazonas befahren. Mit ihnen werden vor allem die Schätze des Amazonas-Beckens abtransportiert: Tropenholz und Bodenschätze. In Amazonien sind in den vergangenen Jahren immer größere Vorräte an Rohstoffen entdeckt worden. Unter Einsatz modernster Techniken werden Bauxit, Eisenerz, Zinn, Uran, Diamanten, Gold oder Steinkohle abgebaut und müssen auf den Flüssen transportiert werden.

Nahe am Ufer des großen Stromes bewegen sich die Indianer oder Caboclos in ihren Einbaum-Booten. Früher mussten sie auch lange Strecken mit Muskelkraft zurücklegen. Heute besitzen die größeren Einbaum-Boote häufig einen Außenbordmotor. Dennoch sind die Amazonas-Bewohner auf dem Weg zum Markt oft eine Woche oder länger unterwegs.

Das Flussbett ist so tief, dass selbst Überseeschiffe von der Atlantikmündung aus 3.700 Kilometer weit den Dschungelfluss hinauf fahren können. Dabei durchfahren sie fast den gesamten Kontinent.

Die Orte am Amazonas und seinen Nebenflüssen sind meist nur per Schiff zu erreichen oder mittels Flugzeug. Straßen gibt es zum Glück meist keine, denn die tragen entscheidend zur Zerstörung des Regenwaldes bei. So kann sich Iquitos, die 350.000-Einwohner Stadt im Norden Perus am Ufer des Amazonas, rühmen, die größte Stadt der Welt zu sein ohne eine Straßenanbindung.

Großstadt ohne Straßenanbindung

Die einzige Straße, die Iquitos verlässt, endet nach rund 90 Kilometern in Nauta und damit im Dschungel. Der Fluss versorgt also die gesamte Stadt. Die kann sich auch ihres Hafens rühmen: Kein Überseehafen der Erde liegt weiter vom Meer entfernt – 4000 Kilometer.

Die Flüsse sind die Straßen des Dschungels: 80.000 Kilometer insgesamt sind schiffbar auf dem Amazonas und seinen zahlreichen Nebenflüssen. Der Gütertransport findet fast ausschließlich auf den Flüssen statt. Der Amazonas selbst bildet die Hauptverkehrsader im gesamten Amazonasbecken. Mit seinen vielen schiffbaren Nebenflüssen bildet der Amazonas das größte Wasserstraßennetz der Erde.

Große Kreuzfahrtschiffe fahren den Amazonas hinauf bis Manaus. Die Ozeanschiffe können auch Nebenflüsse befahren, wie den Rio Tapajos oder den Rio Negro. An Bord gibt es jeden nur denkbaren Komfort und höchste Sicherheitsstandards. Die Passagiere bekommen einen kleinen Einblick in die Schönheiten und die Geheimnisse des Stromes. Mit kleinen Ausflugsfahrten in die Ufergebiete vermitteln zumindest einen Eindruck vom Regenwald. Insgesamt ein Abenteuerurlaub der luxuriösen Art für Amerikaner und Europäer und mittlerweile auch für Asiaten.

Über Bernd Kulow 108 Artikel
Als Journalist gestalte ich diese Webseite. Gearbeitet habe ich für dpa, DIE ZEIT, stern, Frankfurter Rundschau, Hörfunk und Fernsehen. Der Regenwald hat mich von klein auf fasziniert. Mehrfach war ich in Mittel- und Südamerika unterwegs. Dabei hat der Amazonas Dschungel den stärksten Eindruck hinterlassen. Ich danke allen, die über die Werbebanner und -links bestellen. Damit unterstützen Sie meine Arbeit für diese Webseite ohne selber Nachteile zu haben. Wir dürfen diesen wertvollen Wald nicht weiter vernichten. Action! Tun wir etwas dagegen.

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