Regenwald brennt wieder

Multinationale Agrarkonzerne fördern wieder Waldrodung

Feuer im Amazonas Regenwald
Bild: NASA - Earth Observatory

Die Sägen kreischen, die Flammen lodern und Rauch wabert über dem Regenwald. Die Zerstörung des Regenwalds in Südamerika nimmt wieder große Ausmaße an.

Die Zerstörer des Regenwalds in Südamerika zogen sich 10 Jahre lang mehr und mehr zurück. Jetzt aber schlagen sie wieder zu. Der Regenwald brennt wieder. Riesige Flächen des Urwalds Amazoniens haben sie in den vergangenen zwei Jahren wegrasiert. Vor allem die steigende Nachfrage nach Soja weltweit führt zur Umwandlung von Regenwald in Soja-Farmland.

Allein in Brasilien stieg die kahlgeschlagene Fläche des Regenwalds von August 2015 bis Juli 2016 um 2.000 km2 im Vergleich zum Jahr davor. In Bolivien beschleunigt sich die Vernichtung des Regenwalds ebenfalls, so die New York Times vom 24. Februar 2017.

Vorwürfe gegen US-Unternehmen Cargill

Die New York Times wirft vor allem dem US-Unternehmen Cargill vor, an der steigenden Abholzung in Bolivien beteiligt zu sein. Cargill machte im Geschäftsjahr 2016 einen Netto-Gewinn von über 2.3 Milliarden US-Dollar. Nach Recherchen von Jean Ziegler, dem UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, kontrollierte die Cargill-Gruppe im Jahr 2012 rund 30 Prozent allen weltweit gehandelten Getreides.

Noch am 17. Januar 2017 betonte das Unternehmen Cargill seine Selbstverpflichtung Waldvernichtung nicht mehr zu akzeptieren. Das Unternehmen wolle keine Produkte mehr zulassen, zu deren Produktion vorab Wald vernichtet wurde. Dieses Commitment geht zurück auf die „New York Declaration of Forests“, die Cargill mit weiteren Unternehmen vor drei Jahren unterzeichnet hat. Die Unternehmen verpflichten sich in dem Dokument bis 2020 Entwaldung für die Produktion von Palmöl, Soja und Rindfleisch vollständig zu stoppen. Doch jetzt belegte ein Reporter der New York Times Gegenteiliges. Demnach kauft Cargill vor allem in Bolivien Soja von Farmern, die für die Soja-Felder Regenwald roden.

Der Regenwald brennt wieder für Soja-Anbau

Offenbar verfolgen Multinationale Nahrungsmittelkonzerne seit neustem die Strategie in äußerst abgelegenen Regionen Farmer zu ermuntern, Regenwald zu roden. In diesen Regionen sind Schutzmaßnahmen nur sehr schwer durchzusetzen oder existieren gar nicht.

In Bolivien setzt die Regierung unter dem sozialistischen Präsidenten Evo Morales die Priorität auf die Ernährung der Bevölkerung. Dazu soll die landwirtschaftliche Produktion gesteigert werden. Bis 2025 plant die Regierung 14 Millionen Acres Wald in Farmland umzuwandeln.

Für ein armes Land wie Bolivien stellt sich der Regenwaldschutz ganz anders da, als für uns. Dort sieht man zunächst die Notwendigkeit ausreichend Lebensmittel für die eigene Bevölkerung zu produzieren.

 

Quellen:

Über Bernd Kulow 109 Artikel
Als Journalist gestalte ich diese Webseite. Gearbeitet habe ich für dpa, DIE ZEIT, stern, Frankfurter Rundschau, Hörfunk und Fernsehen. Der Regenwald hat mich von klein auf fasziniert. Mehrfach war ich in Mittel- und Südamerika unterwegs. Dabei hat der Amazonas Dschungel den stärksten Eindruck hinterlassen. Ich danke allen, die über die Werbebanner und -links bestellen. Damit unterstützen Sie meine Arbeit für diese Webseite ohne selber Nachteile zu haben. Wir dürfen diesen wertvollen Wald nicht weiter vernichten. Action! Tun wir etwas dagegen.

Hier kannst du kommentieren

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*