Riesenotter: Kampf ums Überleben

Jeder Otter sieht anders aus

Riesenotter
Copyright: Bernd Kulow

Der Riesenotter ist eines der am stärksten gefährdeten Säugetiere am Amazonas. Riesenotter können nur in sauberer und intakter Umgebung überleben. 

Wo Riesenotter leben, geht es auch den anderen Arten gut. Denn ihr Vorkommen ist ein Indikator für eine saubere Umwelt. Deshalb nennen Umweltexperten diese Spezies auch „umbrella species“. Naturschützer haben unterschiedliche Projekte ins Leben gerufen, um die Existenz der Riesenotter zu sichern.

„Der Kampf für das Überleben des Riesenotters (Pteronura brasiliensis) ist eine der größten Herausforderungen für die Naturschützer in Peru“, heißt es im RUMBOS, dem Natur- und Umweltmagazin Perus.

Riesenotter überwältigen Kaiman

Die natürlichen Feinde der Riesenotter sind der Jaguar und der Puma. Doch von einem Kaiman lassen sie sich nicht einschüchtern, wie in diesem Video. Sie jagen stets in kleinen Gruppen.

Kaum zu glauben, eine Gruppe von Riesenottern greift einen Kaiman an. Denn es geht um den Nachwuchs. Wer ist der Stärkere? 

Pelze erzielten hohen Preis

Jäger Händler hatten es vor allem seit den 40er Jahren auf ihr Fell abgesehen. Denn ihr Fell war in den reichen Ländern heiß begehrt. Ihr herrlicher, dichter Pelz erzielte sogar einen höheren Preis als ein Jaguarfell. Riesenotter sind zudem arglos und nähern sich den Menschen ohne Furcht. Deshalb hatten die Pelzjäger leichtes Spiel und brachten Abertausende zur Strecke. Die Felle wurden aus den Amazonasländern nach Europa und in die USA exportiert. Dort waren sie hoch in Mode.




Durch neue Schutzgesetze ist der Handel stark eingedämmt. Zwar wird es noch einen Schwarzmarkt für die Otterfelle geben und damit auch Wilderei. Doch die eigentliche Gefahr für das Überleben der Riesenotter stellen heute die Umweltfaktoren dar. Ihr Lebensraum wird zerstört, die Flüsse durch Goldsucher mit Quecksilber vergiftet oder ihnen wird durch Überfischung ihre Nahrungsquelle genommen

Diese junge Familie der Riesenotter ist bislang noch keinem Felljäger in die Fänge geraten und ihr Lebensraum ist noch intakt. 

Hoher Energieverbrauch

Die im Amazonasgebiet vorkommenden Riesenotter werden bis zu 1.80 Meter lang. Sobald sie das Wasser verlassen, können sie sich nur schwer fällig fortbewegen. Im Wasser dagegen sind sie zu Hause und zeigen sich als hervorragende Schwimmer und Taucher. Denn ihr Körper ist lang gezogen und schlank. Ohren und Nasenlöcher werden unter Wasser verschlossen. Die Schwimmhäute reichen bis zu den Finger- und Zehenspitzen.

Fische, Frösche, Flusskrebse und Krabben sowie Wasservögel und kleine Säugetiere stehen auf ihrem Speiseplan. Im Wasser wird Körperwärme schnell abgeleitet, sodass ein hoher Energieverbrauch entsteht. Je nach Wassertemperatur braucht der Otter deshalb große Mengen Nahrung. In der Regel verzehren sie 3 kg Fisch pro Tag. „Wenn ein Otter zum Beispiel bei einer Wassertemperatur von 10 Grad C nicht mindestens 100 g Fisch in der Stunde fängt, kann er nicht überleben“, heißt es in der großen Enzyklopädie der Säugetiere.

Verspielt, neugierig und mitteilsam

Otter haben einen verspielten Charakter. So wird häufig beobachtet, dass Otter nur zum Spaß ein abfallendes, schlammiges Ufer hinunterrutschen. Junge Otter raufen miteinander und verfolgen sich im Wasser.

Otter verfügen über ein großes Repertoire an Lauten. Ihre Laute ähneln denen von Robben. Otter sind neugierig und nähern sich allem Ungewöhnlichen, dann strecken sie ihre Köpfe aus dem Wasser und warnen „Brrr, brrrr!“

Jeder Otter hat eine charakteristische Zeichnung am vorderen Hals. Über diese Zeichnung können Forscher jeden einzelnen Otter wieder erkennen. Denn die Zeichnung ist so individuell wie ein menschlicher Fingerabdruck.

Abenteurer Steve Backshall beobachtet mit seiner Crew eine Familie der sehr seltenen Riesenotter. Im überfluteten Amazonas fressen sie, bevor sie wieder den Blicken der Engländer entschwinden.

Einsame Suche nach dem Partner

Nach etwa 70 Tagen Tragezeit kommen 1 bis 5 kleine Otter zur Welt, von denen meist 2 junge überleben. Die Eltern werden bei der Aufzucht von anderen Familienmitgliedern unterstützt. Wenn die Mutter auf Fischfang geht, dient schon mal ein anderes Familienmitglied als „Babysitter“. Kleine Otter fürchten sich zunächst vor dem Wasser. Stück für Stück lernen sie ihr Element Wasser kennen und fangen bald ihren ersten Fisch, dann schlagen sie mit ihrem Schwanz und stoßen freudige Laute aus.




Die jungen Otter werden nach 2 Jahren geschlechtsreif. Dann verlassen sie ihre Familie, ob junges Weibchen oder Männchen. Allein legen sie weite Strecken zurück auf der Suche nach einem Partner und einem eigenen Territorium. Diese Zeit der einsamen Suche ist eine gefährliche Zeit für sie, weil sie sich nicht länger auf die Hilfe der Familie stützen können.

Über Bernd Kulow 117 Artikel
Als Journalist gestalte ich diese Webseite. Gearbeitet habe ich für dpa, DIE ZEIT, stern, Frankfurter Rundschau, Hörfunk und Fernsehen. Der Regenwald hat mich von klein auf fasziniert. Mehrfach war ich in Mittel- und Südamerika unterwegs. Dabei hat der Amazonas Dschungel den stärksten Eindruck hinterlassen. Heute lebe ich als freier Journalist, Fotograf und Webdesigner im schönen Freiburg. Ich danke allen, die über die Werbebanner und -links bestellen. Damit unterstützen Sie meine Arbeit für diese Webseite ohne selber Nachteile zu haben. Wir dürfen diesen wertvollen Wald nicht weiter vernichten. Action! Tun wir etwas dagegen.

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