Umweltverbrecher global organisiert

INTERPOL fahndet nach Tierschmugglern

INTERPOL Kampagne gegen Tierschmuggel Turn Back Crime
Bild: INTERPOL - Kampagne Turn Back Crime

Umweltkriminalität hat weltweit ein enormes Ausmaß angenommen. INTERPOL hat jetzt auch den Tierschmuggel im Visier. Denn die Umweltverbrecher gefährden besonders den Amazonas. 

Kriminelle Banden national wie international beuten den Amazonas Regenwald aus. Sie rauben wilde Tiere und Pflanzen, verschmutzen den Amazonas Fluss und seine vielen Nebenflüsse, roden den Wald. Ein entscheidender Teil sowohl des illegalen Tier- und Pflanzenhandels wie auch der Verschmutzung ist in der Hand von organisierter Kriminalität. Für die Kriminellen ist das Risiko eher gering und der Profit hoch.

Die Routen, auf denen die Umweltverbrecher wilde Tiere und Pflanzen schmuggeln, sind oft dieselben Wege über die Kriminelle auch Waffen, Drogen und Menschen schmuggeln. In der Tat ist die Umweltkriminalität eng verwachsen mit Korruption, Geldwäsche und sogar Mord.



Die Globalisierung erleichtert den Umweltverbrechern ihr Geschäft. Sie hat die Umweltkriminalität insgesamt verändert. Weltumspannende kriminelle Netzwerke steuern Tierschmuggel oder Tropenholzhandel. Nationale Verfolgung dieser Art von Kriminalität greift zu kurz. Deshalb ist nun INTERPOL auch in Sachen Umweltkriminalität aktiv geworden. Die international Polizei verfolgt jetzt Tierschmuggler genauso wie bereits seit langem Drogendealer oder Terroristen.

Tierschmuggler wissen: Je seltener desto begehrter eine Tierart

Der internationale Austausch von Informationen stellt nur einen Teil der Arbeit von INTERPOL dar. Vorrangig geht es um eine grenzüberschreitende Verfolgung von Straftätern im Bereich von Umweltverbrechen. Der illegale Tierhandel hat Dimensionen angenommen, die sogar Auswirkungen auf das Überleben ganzer Tierarten hat. Der Tierhandel nämlich macht vor bedrohten Tierarten nicht halt. Im Gegenteil: Je seltener eine Tierart desto begehrter erscheint sie manchen Sammlern. So kann das Handeln mit Wildtieren enorme Folgen haben. Von manchen bedrohten Tierarten existieren nur noch wenige Tiere. Tierfänger und Händler können im schlimmsten Fall dafür verantwortlich sein, dass eine Tierart völlig ausstirbt.

Indes ist der Tierschmuggel ein einträgliches Geschäft. Was den Gewinn im Bereich des illegalen Handelns anbelangt, übertrifft nur noch der Drogenhandel den Tierschmuggel. Denn jedes Jahr machen Kriminelle mit dem weltweiten Tierschmuggel weltweit Milliarden Euro Gewinn.

Operation Infra Terra sucht Umweltverbrecher weltweit

INTERPOL Kampagne Turn Back Crime
Bild: INTERPOL – Operation INFRA TERRA

In einer groß angelegten Operation Infra Terra hat die Weltpolizei 139 flüchtige Umweltkriminelle aus insgesamt 36 Ländern zur Fahndung ausgeschrieben. Den Flüchtigen wird unter anderem illegaler Tier- und Tropenholzhandel, illegales Fischen und illegale Müllbeseitigung vorgeworfen. Damit ist dies die erste Operation von INTERPOL, die auf Personen zielt, die sich Umweltverbrechen schuldig gemacht haben.

INTERPOL, ansässig in Lyon in Frankreich, setzt dabei verstärkt auf die Unterstützung durch die Weltöffentlichkeit. Denn kleinste Hinweise darüber, wo sich die flüchtigen Umweltverbrecher aufhalten, könnten zu deren Verhaftung führen.

Währenddessen läuft der Tierschmuggel weiter. In Niederösterreich gelang es den Zollfahndern im Sommer 2016 eine internationale Bande von Tierschmugglern dingfest zu machen. Dort fanden die Fahnder in einer Lagerhalle 50 streng geschützte, brasilianische Papageien. Nach Angaben des Zolls werden diese Papageien auf dem Schwarzmarkt zum Stückpreis von bis zu € 50.000 gehandelt.

Auf dem Frankfurter Flughafen haben die ersten Artenschutz-Spürhunde weltweit ihren Dienst aufgenommen. Im Auftrag des Innenministeriums forciert der Zoll den Kampf gegen Tier- und Pflanzenschmuggler. Deren Jahresumsatz beträgt weltweit schätzungsweise 20 Milliarden Dollar. Neben Drogen- und Waffenschmuggel ist der illegale Handel mit bedrohten Arten damit das lukrativste Schmuggelgeschäft weltweit. 

Quellen:

Über Bernd Kulow 117 Artikel
Als Journalist gestalte ich diese Webseite. Gearbeitet habe ich für dpa, DIE ZEIT, stern, Frankfurter Rundschau, Hörfunk und Fernsehen. Der Regenwald hat mich von klein auf fasziniert. Mehrfach war ich in Mittel- und Südamerika unterwegs. Dabei hat der Amazonas Dschungel den stärksten Eindruck hinterlassen. Heute lebe ich als freier Journalist, Fotograf und Webdesigner im schönen Freiburg. Ich danke allen, die über die Werbebanner und -links bestellen. Damit unterstützen Sie meine Arbeit für diese Webseite ohne selber Nachteile zu haben. Wir dürfen diesen wertvollen Wald nicht weiter vernichten. Action! Tun wir etwas dagegen.

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