Vampirfisch lässt schaudern

Der winzige Candirú ernährt sich vom Blut seiner Opfer.

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Copyright: Guenter Manaus

Der winzige Candiru sorgt für schauderhafte Schlagzeilen. Er saugt das Blut anderer Fische. Doch der Vampirfisch macht auch vor dem Menschen nicht Halt.

Ein harmloses Fischlein mit Namen Zahnstocherfisch kann höllische Schmerzen verursachen. Der Candirú (Vandellia cirrhosa) ernährt sich vom Blut größerer Fische. Er schwimmt in die Kiemen der Fische. Dort verankert er sich mit seinen Widerhaken und dann saugt er sich dort satt. Danach schwimmt er wieder davon und sucht sich den nächsten Wirt. 

Weil er sich vom Blut seiner Opfer ernährt, gab man ihm den Beinamen „Brasilianischer Vampirfisch“. Damit ist er der zweite Vampir im Dschungel. Denn auch die Vampirfledermaus ernährt sich vom Blut ihrer Opfer. 

Mit seiner aalförmigen Gestalt vergräbt sich der Candiru meist im Sand auf dem Grund der Gewässer. Seine Beute findet der Winzling durch die Wasserströmungen. Die Kiemen größerer Fische verursachen bestimmte Bewegungen im Wasser. Spürt der Candiru diese Strömungen, findet er sein nächstes Opfer. 

 

Doch wohl eher in äußerst seltenen Fällen verwechselt der Parasit die Strömung. Dann wird er zum gefürchteten Penisfisch. Gefürchtet von schwimmenden Touristen wie auch von Indianern selbst. Der Fisch dringt in die Harnröhre ein. Dort setzt er sich mit seinem Widerhaken fest. Dies geschieht beim Urinieren unter Wasser. Dabei entsteht offenbar eine Strömung, der er folgt. 

Hat sich der Parasit im Penis eingenistet, verursacht er höllische Schmerzen. Vor allem ist er kaum wieder zu entfernen. Da hilft dann nur noch eine Operation. Denn sonst kann es zu ernsthaften Entzündungen kommen. 


Angeblich fürchten die Indianer den Parasiten mehr als die Piranhas. Sie verbieten ihren nackten Kindern im Wasser zu urinieren. Andererseits kennen die Indianer ein Pflanzenextrakt, mit dem sie den Eindringling töten und auflösen. 

Den Extrakt entzieht man der Xagua-Pflanze (Jenipapa-Baum, Genipa americana) und dem Buitach-Apfel. Falls dieser Extrakt nicht zur Hand, weiß Frederic Klein in der Welt online einen anderen Ausweg:

„Menschen mit besonders guten Nerven können auch warten bis der Fisch von alleine stirbt und ausgeschieden wird. Der Fisch stirbt in jedem Fall im Körper des Menschen, da dieser einen Fehlwirt für den Parasiten darstellt“.

 

Quellen:

  • Dr. Mario Ludwig und Dr. Harald Gebhardt: Die 55 gefährlichsten Tiere der Welt, München 2006
  • Frederic Klein: „Der Fisch, der sich wie ein Vampir ernährt“, in Welt Online 9.11.2007
  • Wikipedia: Vandellia cirrhosa (Abgefragt: 11.07.2017)
Über Bernd Kulow 117 Artikel
Als Journalist gestalte ich diese Webseite. Gearbeitet habe ich für dpa, DIE ZEIT, stern, Frankfurter Rundschau, Hörfunk und Fernsehen. Der Regenwald hat mich von klein auf fasziniert. Mehrfach war ich in Mittel- und Südamerika unterwegs. Dabei hat der Amazonas Dschungel den stärksten Eindruck hinterlassen. Heute lebe ich als freier Journalist, Fotograf und Webdesigner im schönen Freiburg. Ich danke allen, die über die Werbebanner und -links bestellen. Damit unterstützen Sie meine Arbeit für diese Webseite ohne selber Nachteile zu haben. Wir dürfen diesen wertvollen Wald nicht weiter vernichten. Action! Tun wir etwas dagegen.

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