Verengter Blick

Wie uns die Weitsichtigkeit verloren ging

Die AFD mit ihrem nationalen Fokus ist nur der krasse Ausdruck von einem verengten Blick. Denn die Probleme der Welt, der hungernden Kinder, des vernichteten Regenwalds lassen uns kalt.

Die Medien schieben diese Meldungen in die Randbereiche. Kein Interesse. Wir fokussieren auf unseren Wohnradius. Unsere Wahrnehmungsgrenze hat sich aus der Welt zurück gezogen. Die …Käfer am Stuttgarter Bahnhof sind Millionen Baukosten wert. Doch die Artenvernichtung im Amazonas interessiert niemanden. Sie haben keinen deutschen Pass. Sie bewegen sich nicht in unserem Blickradius.

Am Amazonas lässt sich gut darstellen, wie sehr sich die Wahrnehmung geändert hat. In den 70iger, 80iger Jahren waren die Regenwälder in den Schlagzeilen. Quollen die Regale in den Buchhandlungen über von Büchern über die Regenwälder. Initiativen und Vereine gab es bald in jeder Stadt. Projekte wurden initiiert, Spenden gesammelt. Filme gedreht.

Rüdiger Nehberg beleuchtete die katastrophalen Auswirkungen der Goldsuche im Gebiet der Yanomami. Die Kommentatoren sorgten sich um die Existenz der grünen Lunge unseres Planeten.

Doch seit langem sind die Optiken der Medien nicht mehr auf die Regenwälder scharf gestellt. Warum geht die Zerstörung niemandem mehr unter die Haut?

Eines jedenfalls hat sich nicht geändert und taugt deshalb auch nicht zur Begründung. Die Zerstörung der Regenwälder ist keinesfalls gestoppt. Im Gegenteil. Die tropischen Wälder erleben einen Niedergang wie nie zuvor.

Unser Blick hat sich verengt. Alexander Gerst sah die grüne Lunge der Erde aus der Weltraumstation. Sein Blick war nicht verengt. Er konnte keine nationalen Grenzen erkennen. Er sah den blauen Planeten wie in seiner wahren Existenz. Ihn schockierte die Vorstellung, dass wir die Lunge des Planeten für immer zerstören.

 

Bernd Kulow
Über Bernd Kulow 151 Artikel
Als Journalist gestalte ich diese Webseite. Gearbeitet habe ich für dpa, DIE ZEIT, stern, Frankfurter Rundschau, Hörfunk und Fernsehen. Der Regenwald hat mich von klein auf fasziniert. Mehrfach war ich in Mittel- und Südamerika unterwegs. Dabei hat der Amazonas Dschungel den stärksten Eindruck hinterlassen. Heute lebe ich als freier Journalist, Fotograf und Webdesigner im schönen Freiburg. Ich danke allen, die über die Werbebanner und -links bestellen. Damit unterstützen Sie meine Arbeit für diese Webseite ohne selber Nachteile zu haben.Wir dürfen diesen wertvollen Wald nicht weiter vernichten. Action! Tun wir etwas dagegen.

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