Ashaninka – starker Widerstand

Trotz Jahrhunderte langer Verfolgung Hüter des Regenwalds geblieben

Ashaninka - Asháninka
Ashaninka: By Ministério da Cultura (Acre, AC) via Wikimedia Commons

Die Ashaninka blicken auf Jahrhunderte lange Verfolgung und Ausbeutung zurück. Doch die Indigenas haben allem widerstanden. Heute sind sie die Wächter ihres Regenwalds in Peru und Brasilien. Aber wie lange noch?

Die Ashaninka sind der größte noch existierende Indianerstamm in Peru. Sie leben weit abgelegen im Amazonas Regenwald an der Grenze zu Brasilien. Teile der ethnischen Gruppe sind denn auch in Brasilien beheimatet. Die meisten der Gemeinschaften haben ihre traditionelle Lebensweise behalten. Die ist tief im Regenwald verwurzelt. Denn der Wald gibt ihnen was sie zum Leben brauchen.

Doch sie gehören nicht zu den Indigenen, die völlig isoliert im tiefen Dschungel leben. Die meisten der Ashaninka Dörfer haben Kontakt zur peruanischen oder brasilianischen Gesellschaft. Sie treiben Handel. Ihr Bedarf richtet sich vor allem auf Metallgeräte.

Werden sie Hüter des Regenwalds bleiben?

Dadurch sind sie anfällig, sich auf einen Handel einzulassen, der dem Regenwald schadet. Denn in ihrem Gebiet wachsen die wertvollen Mahagoni Bäume. Weil ihnen Einkommen fehlt, können Holzfäller hin und wieder ins Geschäft mit ihnen kommen. Oder die Drogenmafia setzt sie unter Druck. Denn in dem abgelegenen Dschungel wächst Coca zur Produktion von Cocain besonders gut. Obendrein geschützt vor der Drogenpolizei. Werden sie die Hüter des Regenwalds bleiben?

Ihre Geschichte jedenfalls weist sie als sehr Widerstands kräftige Indigene aus. Denn es grenzt an ein Wunder, dass es überhaupt Überlebende der Ashaninka gibt. Bereits bevor der erste Europäer den südamerikanischen Kontinent betrat, stürmten die Inka in ihre Dörfer. Sie fingen sie und machten sie zu Sklaven. Ab 1530 machten die Konquistadoren es dann genauso. Dann kamen die Missionare und wollten ihnen mit brutalen Methoden den christlichen Glauben aufzwingen. Doch die Ashaninka wehrten sich. Im Jahr 1742 gelang ihnen ein Aufstand. Dabei töteten sie alle Kolonialisten in ihren Wäldern. Danach hatten sie 100 Jahre lang Ruhe.

Kautschuk, Kokain und Maoisten

Doch dann, ab der Mitte des 19. Jahrhunderts, begann der Kautschuk-Boom. Die Ashaninka mussten unter unmenschlichen Bedingungen für die Kautschukbarone arbeiten. Dabei starben etwa 80 Prozent der Ashaninka Bevölkerung. Danach zogen sich die Überlebenden zogen immer weiter in den Dschungel zurück. Dort lebten sie mit dem Wald in ihrer traditionellen Lebensweise. Im Laufe der Jahre mussten sie immer weiter in abgelegene Dschungel-Gebiete fliehen. Doch in den 1990iger Jahren kam eine neue Drohung. Die maoistische  Terror Gruppe Sendero Luminoso. Der Leuchtende Pfad (so die Übersetzung) wollte in Peru ein kommunistisches Regime nach Art der roten Khmer in Kambodscha errichten.

Die Ashaninka befanden sich im Front-Gebiet zwischen dem peruanischen Militär und dem Leuchtenden Pfad. Die Ashaninka bewiesen auch hier ihre Widerstandsfähigkeit. Dann, im Jahr 2003, gelang es ihnen die Rechte an Teilen ihres Territoriums zu bekommen. Heute leben sie im Asháninka Communal Reserve. Ihr Gebiet beinhaltet eines der ursprünglichsten und ökologisch wertvollsten Wälder der Erde.

 

Quellen:

  • Tony Juniper: „The best forest custodians“ in: Rainforest – Dispatches from Earth´s most vital Frontlines, London 2018

Bildernachweise:

Bernd Kulow
Über Bernd Kulow 145 Artikel
Als Journalist gestalte ich diese Webseite. Gearbeitet habe ich für dpa, DIE ZEIT, stern, Frankfurter Rundschau, Hörfunk und Fernsehen. Der Regenwald hat mich von klein auf fasziniert. Mehrfach war ich in Mittel- und Südamerika unterwegs. Dabei hat der Amazonas Dschungel den stärksten Eindruck hinterlassen. Heute lebe ich als freier Journalist, Fotograf und Webdesigner im schönen Freiburg. Ich danke allen, die über die Werbebanner und -links bestellen. Damit unterstützen Sie meine Arbeit für diese Webseite ohne selber Nachteile zu haben.Wir dürfen diesen wertvollen Wald nicht weiter vernichten. Action! Tun wir etwas dagegen.

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