Vampirfisch lässt schaudern

Der winzige Candirú ernährt sich vom Blut seiner Opfer.

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Copyright: Guenter Manaus

Der winzige Candiru sorgt für schauderhafte Schlagzeilen. Er saugt das Blut anderer Fische. Doch der Vampirfisch macht auch vor dem Menschen nicht Halt.

Ein harmloses Fischlein mit Namen Zahnstocherfisch, auch Vampirfisch genannt, kann höllische Schmerzen verursachen. Der Candirú (Vandellia cirrhosa) ernährt sich vom Blut größerer Fische. Dazu schwimmt er in die Kiemen der Fische. Dort verankert er sich mit seinen Widerhaken und dann saugt er sich dort satt. Danach schwimmt er wieder davon und sucht sich den nächsten Wirt.

Weil er sich vom Blut seiner Opfer ernährt, gab man ihm den Beinamen „Brasilianischer Vampirfisch“. Damit ist er der zweite Vampir im Dschungel. Denn auch die Vampirfledermaus ernährt sich vom Blut ihrer Opfer.

Mit seiner aalförmigen Gestalt vergräbt sich der Candiru meist im Sand auf dem Grund der Gewässer. Seine Beute findet der Phallus-Fisch dann durch die Wasserströmungen. Die Kiemen größerer Fische verursachen bestimmte Bewegungen im Wasser. Spürt der Candiru diese Strömungen, findet er sein nächstes Opfer.

Der BBC-Film zeigt den Candirú in seinem Lebensraum. Wie sich der Fisch vom Blut anderer Fische ernährt. Zum Beispiel schwimmt er unbemerkt unter die Kiemen eines Wels. Dann saugt er Blut aus dem Fisch.

Operation oder warten, bis der Fisch im Penis stirbt?

Doch wohl eher in äußerst seltenen Fällen verwechselt der Parasit die Strömung. Dann wird er zum gefürchteten Penisfisch. Gefürchtet von schwimmenden Touristen wie auch von Indianern selbst. Der Winzling dringt in die Harnröhre ein. Deshalb nennt man ihn auch Harnröhrenwels (Vandelliinae). Dort setzt er sich mit seinem Widerhaken fest. Dies geschieht beim Urinieren unter Wasser. Dabei entsteht offenbar eine Strömung, der er folgt.

Den Mann, der eine Erfahrung mit dem Penis Fisch machen musste, erzählt die Geschichte. Obendrein sieht man, wie der Arzt den Candirú in einer Operation aus dem Penis entfernt. 

Hat sich der Parasit im Penis eingenistet, verursacht er höllische Schmerzen. Das Schreckliche dabei: Er ist kaum wieder zu entfernen. Da hilft dann nur noch eine Operation. Denn sonst kann es zu ernsthaften Entzündungen kommen.

Der berühmte spanische Autor Juan Madrid erzählt in seinem Buch „Mein Amazonas“ von einem Taxifahrer in Belém, der brasilianischen Stadt am Amazonas. Der um den Reisenden besorgte Taxifahrer bedeutete ihm auf keinen Fall im Fluss zu baden.

„Und falls Sie es doch tun, pinkeln Sie nicht rein.“

„Herzlichen Dank. Aber weshalb?“

„Wegen dem Candirú.“

„Was ist ein Candirú?“

„Ein gottverfluchter kleiner Fisch, der vom Urin angezogen wird und in jede Öffnung schlüpft. er hat nach hinten gerichtete Stacheln und lässt sich nicht entfernen. Man muss ihn rausoperieren. Ein Landsmann von mir, Vivaldinho, hat nicht auf mich gehört und in den Fluss gepinkelt. Jetzt muss er durch eine Plastikkanüle urinieren.“

„Unglaublich… Und Sie, gehen Sie nicht schwimmen?“

„Ich ziehe beim Schwimmen eine Kondom über und kneife den Arsch zusammen.“

Andere gefährliche Tiere in den Flüssen im Amazonas:

Pflanzenextrakt tötet Vampirfisch

Angeblich fürchten die Indianer den Parasiten mehr als die Piranhas. Deshalb verbieten sie ihren nackten Kindern im Wasser zu urinieren. Andererseits kennen die Indianer ein Pflanzenextrakt, mit dem sie den Eindringling töten und auflösen.

Den Extrakt entzieht man der Xagua-Pflanze (Jenipapa-Baum, Genipa americana) und dem Buitach-Apfel. Falls dieser Extrakt nicht zur Hand, weiß Frederic Klein in der Welt online einen anderen Ausweg:

„Menschen mit besonders guten Nerven können auch warten bis der Fisch von alleine stirbt und ausgeschieden wird. Der Fisch stirbt in jedem Fall im Körper des Menschen, da dieser einen Fehlwirt für den Parasiten darstellt“.

Unter den Harnröhrenwelsen (Vandelliinae) gibt es Fische ganz unterschiedlicher Größe.  Der Kleinste (Paracanthopoma parva) von ihnen erreicht gerade mal eine Länge von 2,7 cm. Dagegen bringt es der Größte (Vandellia cirrhosa) auf eine Länge bis zu 15 cm. Und dieser große Harnröhrenwels ist der berüchtigte Vampirfisch.

Quellen:

  • Dr. Mario Ludwig und Dr. Harald Gebhardt: Die 55 gefährlichsten Tiere der Welt, München 2006
  • Frederic Klein: „Der Fisch, der sich wie ein Vampir ernährt“, in Welt Online 9.11.2007
  • Wikipedia: Vandellia cirrhosa (Abgefragt: 11.07.2017)
Bernd Kulow
Über Bernd Kulow 150 Artikel
Als Journalist gestalte ich diese Webseite. Gearbeitet habe ich für dpa, DIE ZEIT, stern, Frankfurter Rundschau, Hörfunk und Fernsehen. Der Regenwald hat mich von klein auf fasziniert. Mehrfach war ich in Mittel- und Südamerika unterwegs. Dabei hat der Amazonas Dschungel den stärksten Eindruck hinterlassen. Heute lebe ich als freier Journalist, Fotograf und Webdesigner im schönen Freiburg. Ich danke allen, die über die Werbebanner und -links bestellen. Damit unterstützen Sie meine Arbeit für diese Webseite ohne selber Nachteile zu haben.Wir dürfen diesen wertvollen Wald nicht weiter vernichten. Action! Tun wir etwas dagegen.

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