Im 16. Jahrhundert vernichteten spanische Konquistadoren die Einheimischen auf grausame Weise. Doch ein Dominikaner Mönch ragt heraus als aufrechter Kämpfer für die Rechte der Indianer.
Bartolome de las Casas (1484 – 18. Juli 1566) hatte als Priester in den spanischen Kolonien den Eroberungsalltag mit eigenen Augen gesehen und erlebt. Bis zu seinem Tode 1566 stellte er sich gegen die spanischen Mächtigen in Amerika. Er forderte vom Papst die Sklavenhändler zu exkommunizieren. Das gleiche sollte auf Kolonialisten zutreffen, die Indianer misshandelten.
Er beschrieb in zahlreichen Texten und Büchern das grausame Vorgehen der Conquistadores und Kolonialisten in Amerika. Wegen der realistischen Schilderungen sind seine Schriften bis heute von hohem Wert. Er notierte das brutale Vorgehen der Kolonialisten und sah die Lage der einheimischen Bevölkerung aus einem anderen Blickwinkel.
Bartolome de las Casas: Einer der ersten Menschenrechtler
Dazu bedurfte es allerdings eines grundlegenden Wandels seiner Einstellungen. Als einer der ersten europäischen Kolonialisten unterschied er sich zunächst nicht von dem Vorgehen der anderen. Er nahm sich Sklaven und führte das Leben eine Kolonialisten. Er befürwortete Sklaven aus Afrika zu holen, um das Massensterben der Indigenas zu verhindern. Denn die Indianer starben an ansteckenden Krankheiten, die aus Europa kamen. Dagegen fehlte ihnen jeglicher Schutz.
Doch mehr und mehr merkte Bartolome de las Casas, dass die Sklaverei sich nicht mit seinen innersten Werten in Übereinstimmung bringen ließ. Zu seiner Zeit galten die Indianer nicht als vollwertige Menschen. Sie brauchten angeblich den europäischen Master, den Herren, der sie zivilisieren musste. Bartolomé de las Casas aber widersprach den Kolonialisten. Er entließ seine Sklaven im Jahr 1515 und stellte sich danach ganz auf die Seite der Indianer.
Auf seinen Reisen durch die spanischen Kolonien Südamerikas erlebte Alexander von Humboldt die unmenschliche Behandlung von versklavten Arbeitern. Das Erbe dieser Sklaverei wirkt heute noch nach. In diesem Film der Deutschen Welle geht es auf Spurensuche in Palenque, Kolumbien, dem ersten freien Dorf Amerikas.
Er war zutiefst überzeugt, dass die Indigenas als Gleiche behandelt werden sollten und nicht als Sklaven. Sklaverei widersprach dem Naturgesetz. Sie nahm dem Menschen die individuelle Freiheit. Doch diese war ein von Gott gegebenes Recht für jeden Menschen. Ein halbes Jahrhundert lang kämpfte er für die Rechte der Indianer. Er gilt als einer der ersten Menschenrechtler.
Grausam und brutal mit Gott auf ihrer Seite
Bartolomé de las Casas richtete sein Anliegen an die Mächtigen der Welt, den spanischen König und den Papst. So wurde er zum Symbol des Widerstands und als Retter der Indianer verehrt.
Las Casas wollte die Indianer auf friedlichem Weg zum Christentum erziehen. Aber die Inbesitznahme der Neuen Welt durch die Europäer lehnte er nicht ab. Sie sollte nur gewaltfrei von statten gehen. Obwohl er viele Jahre unter den Ureinwohnern verbrachte, lernte er ihre Sprache nicht.
Die Konquistadoren hatten als Rechtfertigung für die Eroberung Südamerikas stets die Verbreitung des Christentums herangezogen. Sie sahen Gott auf ihrer Seite. Um Gottes Wort zu verbreiten, nahmen sie sich das Recht, grausam und brutal gegen jeden Widerstand vorzugehen. Damit sahen sie sich auch im Recht, das Land gewaltsam in Besitz zu nehmen.
Die Ureinwohner konnten ihr Leid nur mildern, wenn sie die den christlichen Glauben und die fremde Kultur annahmen. Denn die Konquistadoren behandelten nur die bekehrten Indianer besser. Wer dagegen an seinen eigenem Glauben und den eigenen kulturellen Vorstellungen festhielt, war brutaler Gewalt ausgeliefert.
Quellen:
- Bildnachweise: Beitragsbild Bartolomé de las Casas Wikimedia Commons
- Bildnachweis: Sklavin wird gebrandmarkt Wikimedia Commons
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