Yanomami – Kampf ums Überleben

Goldsucher zerstörten Teile ihrer Existenz

Yanomami Indigenes Amazonas
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Die Yanomami wurden durch Scharen von Goldsuchern in ihrer Existenz bedroht. Heute ist ihr Leben wieder von Goldsuchern in Gefahr.

In den 80er und 90er Jahren drangen Goldsucher in das Land der Yanomami, vergifteten ihre Flüsse und Seen mit Quecksilber, plünderten ihre Gärten, erlegten alles Wild und schleppten für die Indianer bis dahin unbekannte Krankheiten ein.

Über viele Jahre war das Überleben der Yanomami ungewiss gewesen. Doch dann ging es ihnen entschieden besser.

Denn in den Jahren ihrer Existenzbedrohung wurden die Yanomami gleichzeitig zum bekanntesten Indianervolk Südamerikas. Die Goldsucher wurden schließlich vertrieben.

Im Norden Brasiliens dringen zurzeit immer mehr Goldsucher in das Land der indigenen Bevölkerung ein. Illegal. Doch der brasilianische Präsident Bolsonaro gibt dem gold rush seinen Segen. Die Reporterinnen Fanny Lothaire und Laura Damase recherchierten über die Ausmaße der illegalen Aktivitäten. Dabei sprachen sie mit den Yanomami Indianern, die ihr Land verteidigen.

Doch heute hat alles wieder von vorn begonnen. Wieder dringen Goldsucher in das Territorium der Yanomami ein. Wieder vergiften sie mit dem Quecksilber, was sie zur Gewinnung des Goldes benutzen, das Wasser der Flüsse. Wieder bemächtigen sie sich des Eigentums der Yanomami. Doch die Weltöffentlichkeit nimmt entgegen früherer Zeit kaum Notiz von ihrer Bedrohung.

Die Goldsucher, die sich illegal auf ihr Territorium einschmuggelten und 1993 ein Massaker an den Yanomami der kleinen Siedlung Haximu verübten, sorgten dafür, dass die Yanomami immer wieder in die Schlagzeilen der internationalen Presse gerieten.

65.000 Goldsucher

Zeitweise befanden sich 65.000 Goldsucher auf dem Territorium der Yanomami. Sie kamen über illegal angelegte Landepisten in das Gebiet. Die Goldsucher, selbst arm und ausgebeutet, brachten Seuchen und Tod ins Land. Ganze Dorfgemeinschaften erlagen den eingeschleppten Krankheiten. Ein Fünftel der brasilianischen Yanomami kam ums Leben.

Der Druck internationaler Menschenrechtsorganisationen bewirkte, dass die brasilianische Staatspolizei schließlich die Goldsucher mit Gewalt aus dem Indianergebiet auswies. Medienwirksam wurden Landepisten gesprengt und die Goldsucher, Garimpeiros genannt, aus dem Gebiet vertrieben.

Heute wird das Volk der Yanomami auf über 20.000 Personen geschätzt, die sich auf mehrere hundert einzelne Gemeinschaften verteilen. Die Yanomami leben im venezolanisch-brasilianischen Grenzgebiet, auf der Wasserscheide zwischen Orinoko und den Amazonaszuflüssen Rio Negro und Rio Branco. Ihr Territorium ist etwa so groß wie Schleswig-Holstein. Die Yanomami in Venezuela führen noch immer ein vergleichsweise traditionsverbundenes Leben, allerdings geplagt von Krankheiten wie Tuberkulose, Hepatitis oder Malaria.

Bis in die Mitte des 20.Jahrhunderts lebten die Yanomami weitgehend abgeschieden von der europäischen Zivilisation, da ihr Territorium äußerst schwer erreichbar war. Ihre Sprache ist mit keiner anderen Sprache verwandt. Die Einflüsse der Missionare, Siedler und Goldsucher sind vor allem an den brasilianischen Yanomami nicht spurlos vorbei gegangen.

Heute bestehen viele Hütten statt aus natürlichen Materialien aus Wellblech oder Plastikfolien. Die Indianer sind mit abgetragenen Kleidungsstücken bedeckt und tragen oft Schuhe. Nur in den unzugänglichen Gebieten in Venezuela gehen die Indianer auch heute noch unbekleidet. Lediglich der Penis wird an einer Hüftschnur hochgebunden, zum Schutz vor Parasiten.

Quellen:

  • Orinoko – Parima, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik, Bonn 1999
  • Rüdiger Nehberg, Die Yanomami-Indianer, München 2003
  • Roland Garve, Unter Amzonas-Indianern, München 2002
  • www.greenpeace.at
Bernd Kulow
Über Bernd Kulow 166 Artikel
Als Journalist gestalte ich diese Webseite. Gearbeitet habe ich für dpa, DIE ZEIT, stern, Frankfurter Rundschau, Hörfunk und Fernsehen. Der Regenwald hat mich von klein auf fasziniert. Mehrfach war ich in Mittel- und Südamerika unterwegs. Dabei hat der Amazonas Dschungel den stärksten Eindruck hinterlassen. Heute lebe ich als freier Journalist, Fotograf und Webdesigner im schönen Freiburg. Ich danke allen, die über die Werbebanner und -links bestellen. Damit unterstützen Sie meine Arbeit für diese Webseite ohne selber Nachteile zu haben. Wir dürfen diesen wertvollen Wald nicht weiter vernichten. Action! Tun wir etwas dagegen.

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