Staudamm im Amazonas gestoppt

Riesenerfolg für den Regenwald und die Munduruku

Protest gegen Staudamm
Rogério Assis/Greenpeace -- http://media.greenpeace.org/C.aspx?VP3=DirectSearch&AID=KWF6MY3OTK6

Genau zu Olympia haben Umweltschützer und Indigene einen großen Sieg errungen. Denn die Regierung in Brasilien hat den Bau des Megastaudamm São-Luiz-do-Tapajós im Herzen des brasilianischen Amazonasgebiets gestoppt.

Damit haben die Indigenas einen Riesenerfolg für den Regenwald und ihre Heimat errungen. Denn jetzt ist es amtlich: Der São-Luiz-do-Tapajós-Staudamm im Herzen des Amazonas-Regenwalds bleibt ein Staudamm auf dem Papier. Denn die brasilianische Umweltbehörde hat am 04.Juli 2016 den Stopp des Baus bekannt gegeben. Das Ende des Staudammprojekts ist ein großer Erfolg für das indigene Volk der Munduruku und für den Schutz des Waldes. Darüber freuen sich auch viele der 1,2 Millionen Menschen weltweit, die online die Greenpeace-Kampagne gegen den Dammbau unterstützt haben.

Der Stausee sollte das Stammesgebiet der Munduruku überfluten. Das hätte den Tod hunderter bedrohter Tier- und Pflanzenarten bedeutet. Denn das Tapajós-Tal zählt zu den artenreichsten Regionen der Erde. Dort sind nicht nur die Munduruku beheimatet, sondern finden Jaguar, Flussdelfin und Seekuh ihren Lebensraum. Hier leben viele seltene Fischarten und Vögel. 


Freude bei den Indigenen

„Wir Munduruku sind sehr glücklich über diese Nachricht“, freut sich Arnaldo Kabá Munduruku, das Oberhaupt des indigenen Volkes. Doch er bleibt kämpferisch: „Jetzt werden wir unseren Kampf auch gegen die anderen geplanten Staudämme an unserem Fluss weiterführen.“
Der São-Luiz-do-Tapajós-Staudamm ist zwar vorerst gestoppt. Doch die Regierung Brasiliens plant den Bau vieler weiterer Staudämme. Sie will damit den enormen Energiebedarf des wirtschaftlich aufsteigenden Landes decken. Dagegen halten Umweltexperten alternative Energieerzeugung für möglich. Nach ihren Studien sind Sonne und Wind in Brasilien ausreichend vorhanden. Zu den Staudämmen im Herzen des Amazonas Regenwalds gibt es Alternativen. 

Proteste gegen Siemens

Gegen den Bau des Staudamms gab es weltweit eine starke Protestbewegung. Im Munduruku-Gebiet Sawré Muybu am Tapajós-Fluss hatten Umweltschützer und Freunde der Munduruku Stellung bezogen. Dort unterstützten sie den Widerstand der Indigenen gegen den Bau des Staudamms. Gemeinsam mit den Munduruku markierten sie zudem deren Land mit Grenzschildern.

Auch Greenpeace stellte sich gegen das Projekt. Ehrenamtliche der Umweltorganisation führten Aktionen gegen das verantwortungslose Mammutprojekt durch. Die Proteste richteten sich vor allem gegen die Firma Siemens. Denn deren Tochterunternehmen Voith Hydro plante Bauteile für den Staudamm zu liefern. Zu dem Stopp des Dammbaus hat das Unternehmen bislang keine Stellung bezogen. 

Ein Staudamm von 40 geplanten

Durch die Absage des Bauprojekts ist Siemens ein großes Auslandsgeschäft weggebrochen. „Der Tapajos-Staudamm war für Siemens ein Lackmustest“, sagt Christoph Thies, Greenpeace-Experte für Wälder. Der Konzern muss jetzt weltweit aus Projekten aussteigen, die den eigenen Nachhaltigkeitsansprüchen widersprechen, fordert er. Denn offiziell orientiert sich Siemens an den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Die UNO will damit das vollständige Abholzen ganzer Waldgebiete stoppen.




 

Doch noch ist der Kampf nicht beendet. Denn die brasilianische Regierung plant den Bau weiterer Wasserkraftwerke am Tapajós. Dort sollen über 40 große Staudämme mit mehr als 30 Gigawatt maximaler Leistung entstehen. Vier von ihnen haben für die brasilianische Regierung noch immer eine besonders hohe Priorität. Der fünfte war der jetzt verhinderte São-Luiz-do-Tapajós-Damm. Er war der größte der angedachten Projekte. Doch jetzt ist er nur noch Geschichte.

Quelle:

Bernd Kulow
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Als Journalist gestalte ich diese Webseite. Gearbeitet habe ich für dpa, DIE ZEIT, stern, Frankfurter Rundschau, Hörfunk und Fernsehen. Der Regenwald hat mich von klein auf fasziniert. Mehrfach war ich in Mittel- und Südamerika unterwegs. Dabei hat der Amazonas Dschungel den stärksten Eindruck hinterlassen. Heute lebe ich als freier Journalist, Fotograf und Webdesigner im schönen Freiburg. Ich danke allen, die über die Werbebanner und -links bestellen. Damit unterstützen Sie meine Arbeit für diese Webseite ohne selber Nachteile zu haben.Wir dürfen diesen wertvollen Wald nicht weiter vernichten. Action! Tun wir etwas dagegen.

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