Nehbergs Autobiographie

Ein Leben voller Mut und Abenteuer

Rüdiger Nehberg
Copyright Rüdiger Nehberg

Nehberg schildert sein Leben. Mitreißend, rasant und voller Überraschungen. Wahnsinn. Der jugendliche Ausreißer entwickelt sich zum weltbekannten Menschenrechtsaktivisten. „Dem Mut ist keine Gefahr gewachsen“, so der Titel seines so eben erschienenen Buches.

In jungen Jahren ist Nehberg bereits erfolgreicher Konditor in Hamburg. Dann aber lernt er anderes. Ein Polizist bringt ihm das Schießen aus der Hüfte bei. Ein Jäger weiht ihn in die Instinkte der Tiere ein. Der Konditor besteht den harten Kurs eines Kampfschwimmers und im Tropeninstitut in Hamburg lernt er Zähne zu ziehen, Spritzen professionell zu verabreichen, sogar kleine Amputationen vorzunehmen. So trainiert und ausgerüstet lässt seine Torten im Stich und macht sich auf den Weg in ein abenteuerliches Leben.

Doch das Abenteuer allein reizt ihn nicht. Rüdiger Nehberg gibt seinem Leben am Rande des Erträglichen immer wieder einen Sinn. Mit spektakulären, gefährlichen Aktionen für den Schutz der Indigenen im Amazonas Dschungel schreckte er bald die Weltöffentlichkeit auf.

Dem Mut ist keine Gefahr gewachsen

In dem über 400 Seiten starken Buch „Dem Mut ist keine Gefahr gewachsen“ schildert Nehberg – wie immer locker, anschaulich und überzeugend – seine Abenteuer und Aktionen in der Wüste, im Dschungel, beim Papst und bei der Weltbank. Gewiss hätte er das neu gedruckte Buch gern selbst in die Hand genommen und seinen Lesern vorgestellt. Doch dazu kam es nicht mehr. Drei Wochen bevor das Buch gedruckt vorlag, starb Rüdiger Nehberg.

So hat Nehberg, kurz bevor er starb, sein Leben mit all seinen verrückten Ausbrüchen und waghalsigen Einsätzen für Indianer oder muslimische Frauen noch in einem einzigen Buch zusammen gefasst. Wie von Nehberg zu erwarten ist es packend geschrieben und es enthält bislang geheim gehaltene Ereignisse.

Die größte Blamage für den Suvival Künstler

Denn dreimal überquerte Nehberg den Atlantik: mit einem Tretboot (1987), einem Bambusfloß (1992) und einem massiven Baumstamm (2000). Seine Eigenbaukonstruktionen hielt er für unsinkbar und fast unzerstörbar. Jedes Mal bezwingt er mit viel Glück den Atlantik.

Doch dann, nach Ankunft in einem kleinen Hafen in Brasilien, entrinnt der Survival Meister dem Tod im Ozean nur mit einer unglaublichen Portion an Glück. Zum ersten Mal erzählt er in seiner Biographie von diesem Ereignis. „Ich bekomme immer noch eine Gänsehaut, wenn ich die Situation Revue passieren lasse. 30 Jahre lang habe ich die Blamage für mich behalten“.

Er hat sein Tretboot 50 Meter vom Strand entfernt verankert. In der Dämmerung schüttet es schlagartig wie aus Eimern und stürmt. Sein Eimer rutscht über Bord. Um den Eimer zu retten, springt er ins Wasser. Zu spät merkt er, dass die Ebbe ihn immer weiter in den Ozean zieht. Niemand bemerkt ihn, seine Schreie sind vergebens. Immer weiter zieht ihn der Ozean hinaus. Dort warten bereits hungrige Haie.

Wem das Wasser bis zum Hals steht, der sollte den Kopf nicht hängen lassen!

Alle für die Atlantiküberquerung antrainierten Rettungsmöglichkeiten gehen ihm durch den Kopf. Doch keine ist in dieser Lage brauchbar.

Mit letzter Kraft erreicht er den Eimer und hält sich an diesem fest. „Wem das Wasser bis zum Hals steht, der sollte den Kopf nicht hängen lassen!“ Dieser Spruch geht ihm durch den Kopf. Doch wie soll er aus dieser ausweglosen Situation herauskommen? Diese Geschichte hat mich bis zur letzten Zeile gefesselt und ich merkte, wie ich das Buch mit beiden Händen fest hielt.

Das Buch handelt auch von seinem Engagement gegen die weibliche Genitalverstümmelung. Mit seiner Organisation TARGET gewinnt er höchste muslimische Autoritäten dafür diese Grausamkeiten an jungen Frauen zu beenden.

Bernd Kulow
Über Bernd Kulow 166 Artikel
Als Journalist gestalte ich diese Webseite. Gearbeitet habe ich für dpa, DIE ZEIT, stern, Frankfurter Rundschau, Hörfunk und Fernsehen. Der Regenwald hat mich von klein auf fasziniert. Mehrfach war ich in Mittel- und Südamerika unterwegs. Dabei hat der Amazonas Dschungel den stärksten Eindruck hinterlassen. Heute lebe ich als freier Journalist, Fotograf und Webdesigner im schönen Freiburg. Ich danke allen, die über die Werbebanner und -links bestellen. Damit unterstützen Sie meine Arbeit für diese Webseite ohne selber Nachteile zu haben. Wir dürfen diesen wertvollen Wald nicht weiter vernichten. Action! Tun wir etwas dagegen.

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